Winkearme sind eines der häufigsten Anliegen, mit denen Frauen – und zunehmend auch Männer – in unsere Sprechstunde kommen. Gemeint ist die weiche, schlaffe Partie an der Rückseite und Innenseite der Oberarme, die beim Winken nachschwingt. Oft ist die Frustration groß: Trotz Training und Gewichtsabnahme verändert sich wenig. Das liegt meist nicht an fehlender Disziplin, sondern daran, dass hinter Winkearmen ganz unterschiedliche Ursachen stecken können. Dieser Ratgeber erklärt, was Training bewirken kann, wo seine Grenzen liegen und wann eine Oberarmstraffung die sinnvollere Lösung ist.
Medizinisch verantwortet von Dr. med. univ. Sebastian Stemmer, plastischer Chirurg in unserer Praxis in Augsburg und Königsbrunn · Stand: 30.09.2026
Fett, Muskel oder Haut? Was hinter Winkearmen steckt
Die Rückseite des Oberarms wird vom Trizeps geformt. Darüber liegen Unterhautfett und Haut. Winkearme entstehen, wenn einer oder mehrere dieser Bausteine nicht mehr straff zusammenspielen:
- Fettpolster: Die Oberarme sind bei vielen Frauen eine typische Region für Fetteinlagerungen – oft erblich bedingt und durch Diät schwer zu beeinflussen.
- Schwache Muskulatur: Ein wenig trainierter Trizeps gibt dem Gewebe weniger Form.
- Überschüssige Haut: Nach starker Gewichtsabnahme oder mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Elastizität und zieht sich nicht mehr vollständig zusammen.
Welche Ursache überwiegt, entscheidet darüber, was hilft.
Ein einfacher Selbsttest
Halten Sie den Arm seitlich ausgestreckt, die Handfläche nach unten, und greifen Sie mit der anderen Hand locker die Haut an der Unterseite des Oberarms:
- Sie greifen eine dicke, feste Falte: Wahrscheinlich überwiegt Fettgewebe. Training, Gewichtsreduktion oder eine Fettabsaugung können hier gut wirken.
- Sie greifen eine dünne, weiche Hautfalte, die sich deutlich abziehen lässt und hängt: Wahrscheinlich besteht ein echter Hautüberschuss. Dieser bildet sich durch Training nicht zurück.
- Beides trifft zu: Das ist häufig – dann ist oft eine Kombination aus Straffung und Fettabsaugung sinnvoll.
Der Test ersetzt keine Untersuchung, gibt aber eine erste Orientierung.
Was Training bewirken kann
Gezieltes Krafttraining für Trizeps, Schultern und Rücken lohnt sich in jedem Fall: Eine kräftige Muskulatur gibt dem Arm Form, verbessert die Haltung und unterstützt die Gesundheit. Bewährt haben sich zum Beispiel:
- Trizeps-Dips an einem stabilen Stuhl oder einer Bank
- Trizepsdrücken über Kopf mit einer Kurzhantel oder Wasserflasche
- Liegestütze – je nach Trainingsstand an der Wand, auf den Knien oder klassisch
- Rudern mit Band oder Hantel für den oberen Rücken
Zwei bis drei Einheiten pro Woche mit langsam steigender Belastung reichen aus, um nach einigen Wochen eine Veränderung zu spüren. Wichtig ist dabei eine realistische Erwartung: Gezielt nur an den Armen Fett abzubauen, ist nicht möglich. Der Körper entscheidet selbst, wo er Fettreserven zuerst verbraucht. Und überdehnte Haut wird durch Muskelaufbau nicht kürzer – sie liegt allenfalls etwas praller auf.
Cremes, Massagen und Geräte: Was ist realistisch?
Straffende Cremes können die Haut pflegen und kurzfristig glatter wirken lassen, verändern aber keinen Hautüberschuss. Massagen fördern die Durchblutung, ohne die Haut dauerhaft zu straffen. Energiebasierte Verfahren wie Radiofrequenz oder fokussierter Ultraschall können bei leichter Erschlaffung die Hautqualität etwas verbessern. Bei deutlich hängender Haut stoßen sie jedoch an Grenzen, und das Ergebnis ist schwer vorherzusagen.

Wann ist eine Oberarmstraffung sinnvoll?
Eine Oberarmstraffung (Brachioplastik) entfernt die überschüssige Haut – und bei Bedarf Fett – an der Innenseite des Oberarms und strafft das Gewebe. Sie kommt vor allem infrage, wenn:
- ein deutlicher Hautüberschuss besteht, der beim Anheben des Arms hängt
- Ihr Gewicht seit mehreren Monaten stabil ist
- Sie keine weitere größere Gewichtsabnahme planen
- Sie gesund sind und nicht rauchen – oder bereit sind, rechtzeitig vor der Operation damit aufzuhören
- Sie bereit sind, eine Narbe an der Innenseite des Oberarms für eine straffere Kontur in Kauf zu nehmen
Liegt vor allem Fett bei noch guter Hautspannung vor, ist eine Fettabsaugung oft die schonendere Alternative. Bei schlaffer Haut kann eine alleinige Fettabsaugung das Hängen dagegen verstärken. Deshalb ist die Untersuchung vor der Entscheidung so wichtig.
Die Narbe: der wichtigste Punkt vor der Entscheidung
Eine Oberarmstraffung ist ohne Narbe nicht möglich. Je nach Befund liegt sie nur in der Achsel (bei geringem Überschuss) oder zieht sich von der Achsel in Richtung Ellenbogen. Sie wird so platziert, dass sie bei herabhängendem Arm möglichst wenig sichtbar ist, und verblasst über 12 bis 18 Monate. Die meisten Patientinnen empfinden eine gut verheilte Narbe als deutlich weniger störend als die vorherigen Winkearme – diese Abwägung sollte aber jede und jeder für sich treffen. Tipps zur Pflege finden Sie in unserem Leitfaden zur Narbenpflege.
Ablauf und Kosten in Kürze
Die Oberarmstraffung erfolgt in Vollnarkose und dauert je nach Umfang etwa zwei bis vier Stunden. Danach tragen Sie einige Wochen Kompression, schonen die Arme und sind nach etwa 10 bis 14 Tagen wieder arbeitsfähig. Sport ist nach rund sechs Wochen möglich. In unserer Praxis kostet eine Oberarmstraffung ab 6.000 €; den genauen Preis erhalten Sie nach der Untersuchung als verbindliches Angebot. Alle Details finden Sie auf der Seite Oberarmstraffung in Augsburg.
Fazit
Gegen Winkearme hilft, was zur Ursache passt: Training und ein gesundes Gewicht bei Fettpolstern und schwacher Muskulatur, eine Fettabsaugung bei Fett mit guter Hautspannung – und eine Oberarmstraffung, wenn überschüssige Haut das Problem ist. Wenn Sie unsicher sind, welche Situation bei Ihnen vorliegt, beraten wir Sie gerne persönlich in Augsburg oder Königsbrunn. Jetzt Beratung anfordern.
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